Nachhalten ist mehr als dranbleiben.

Warum Dranbleiben allein nicht reicht
Der wesentliche Unterschied: dranbleiben bedeutet nicht aufgeben. Es nochmal versuchen, auch wenn man mit dem Ergebnis des ersten Versuchs nicht zu zufrieden ist. Immer wieder probieren in der Hoffnung, dass der nächste Versuch von Erfolg gekrönt ist.
Das führt insbesondere bei den Macherinnen gerne mal zu Aktionismus (im Sinne von „wenn es nicht geklappt hat, probiere ich es einfach noch mal“).
Nachhalten besteht aus 2 Schritten:
- sehen, was ich erreicht habe
- eventuell Verbesserungsbedarf ableiten.
Trotzdem wird das oft ignoriert, denn wir haben alle nur begrenzt Energie. Dann führt dranbleiben auch gerne mal zu Überlastung, weil man sich nicht die Zeit nimmt, wirklich nachzuhalten und es dabei belässt, einfach dran zu bleiben.
Wenn du also das nächste Mal vor einem Ergebnis stehst, nimm dir Zeit nachzuhalten und überlege dir:
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Hatte ich eine ganz konkrete Vorstellung davon, was überhaupt mein Ziel war?
Je klarer deine Zielvorstellung ist, desto eher wirst Du das Ziel erreichen.
Von wo gehe ich los?
Hast du einen definierten Punkt, zu dem du jedes Mal wieder zurückgehen kannst?
Habe ich mein Ziel im Fokus behalten? Oder ist mir der Fokus z. B. durch Störungen von außen immer wieder entglitten?
Habe ich meine Energie sinnvoll eingesetzt? Habe ich mich getraut, sie zu nutzen, ohne Angst übers Ziel hinauszuschießen?

Habe ich kurz innegehalten, um nicht aus dem vollen Lauf zu agieren, bevor ich meine Energie konzentriert auf mein Ziel losgelassen habe?
Habe ich gezielt losgelassen und die Kontrolle abgegeben? Oder ist mir die Kontrolle entglitten, weil ich versucht habe, es noch besser zu machen?
Warum Nachhalten auch bei Erfolg lohnt
Die Fragen solltest du dir nicht nur dann stellen, wenn du mit dem Ergebnis unzufrieden bist! Genauso wichtig sind sie, wenn du genau das erreicht hast, was du erreichen wolltest.
Das klingt erstmal komisch. Aber beim Nachhalten kommst du der Frage auf die Spur, warum es diesmal geklappt hat, obwohl es in früheren Versuchen noch nicht funktioniert hat.
Wenn du das weißt, sparst du bei deinem nächsten Versuch Zeit und Energie, weil du weißt, worauf es ankommt. Die Energie, die Du dabei sparst, hast du dann anderweitig zur Verfügung. Zum Beispiel, um dich zu freuen und – ganz wichtig – zu feiern. Oder eben dafür, den nächsten Versuch gezielter anzugehen.
Nachhalten stärkt die Intuition
Je mehr Erfolgserlebnisse du hast, umso besser verankert sich das in deinem Erfahrungswissen und desto weniger Zeit brauchst du beim nächsten Mal um gute Entscheidungen zu treffen. Deine Intuition leitet dich zuverlässiger, je besser sie trainiert ist. Und das klappt nicht, wenn man nach einem Versuch sofort zum nächsten übergeht, ohne nachzuhalten.
Der Schein trügt
Nachhalten ist tückisch, weil es äußerlich unspektakulär. Kein sichtbares Tun, nur Konzentration. Für Außenstehende wirkt das schnell wie Leerlauf. Aber genau hier entscheidet sich die Qualität des nächsten Schritts. Darum solltest du das Nachlassen nicht auslassen. Im Endeffekt sparst du damit Energie.
Was bedeutet das für dich als Führungskraft?
Zielklarheit
Wenn du nicht genau weißt, was dein Ziel ist, kann dein Team nicht sauber arbeiten. Unklare Ziele führen zu Streuung und unnötigen Schleifen. Beim Nachhalten zeigt sich schnell, ob das Ziel wirklich klar war oder ob alle nur rumprobiert haben. Vielleicht ist das Ziel auch für dich völlig klar, aber nicht für ein Team. Ermuntere es also, nachzufragen, wenn etwas unklar ist.
Vorbereitung und Sicherheit
Hat dein Team die Informationen, die es braucht, um zielgerichtet loslegen zu können? Oder hast du selbst für Unschärfen gesorgt? Weiß dein Team, was es tun soll und wie? Woran es erkennt, ob es sich auf dem richtigen Weg befindet oder vom Ziel abgekommen ist?
Beim Nachhalten erkennst du, wo du eventuell nachschärfen musst, damit dein Team sich sicher fühlt und auch du ein gutes Gefühl hast.
Standpunkt
Ein klarer Ausgangspunkt verhindert unnötige Umwege. Beim Nachhalten wird sichtbar, ob du selbst stabil standest oder ob du dich durch Gegenwind und Argumente von deinem Standpunkt hast vertreiben lassen.
Haltung
Wenn du nicht selbst hinter dem Ziel stehst, kannst du nicht aufrichtig führen. Das spürt dein Team. Abgesehen davon kostet es dich zusätzlich Kraft, aufrecht dazustehen. Musst du Ziele erreichen, hinter denen du nicht stehen kannst oder willst, überlege dir, welche Konsequenzen du daraus ziehst.
Energie / Spannung
Beim Nachhalten erkennst du, ob dein Team seine Energie sinnvoll einsetzt oder ob du nachregulieren musst, damit Leistung dauerhaft möglich bleibt.
Fokus
Wenn der Fokus immer wieder verloren geht, liegt es selten am Ziel. Meistens sind es Störungen. Beim Nachhalten wird sichtbar, welche Störquellen du eliminieren musst.
Ankern
Ankern sorgt für Ruhe auf dem Weg zum Ziel. Eine Führungskraft, die in sich selbst ruht ist nicht nur stabil, sie wird auch für ihr Team zum Ankerpunkt und zur verlässlichen Größe.
Loslassen
Gezielt loslassen gehört zum Führungsjob. Loslassen heißt hier, deinem Team zu vertrauen. Dein Team kennt das Ziel und weiß, was du erwartest. Das schafft dir selbst Raum und Zeit für anderes. Beim Nachhalten wird deutlich, ob du bewusst entschieden hast oder ob dir die Kontrolle entglitten ist.
Was bedeutet das für dich als Solo-Selbstständige?
Zielklarheit
Wie willst du ein Ziel erreichen, wenn du nicht weißt, wie es aussieht? Die Energie, die du in die Zieldefinition steckst, sparst du auf dem Weg zum Ziel. Beim Nachhalten erkennst du, ob du dir selbst ein präzises Ziel gesetzt hattest.
Vorbereitung und Sicherheit
Viele „Fehlschüsse“ sind reine Vorbereitungsfehler. Beim Nachhalten wird sichtbar, ob du wirklich alles bedacht hattest. Gerade als Soloselbständige ist Überlastung ein Sicherheitsrisiko. Beim Nachhalten wird deutlich, ob du über deine eigenen Grenzen gegangen oder auf der sicheren Seite geblieben bist. Kurzfristig kannst du auch mal drüber gehen, langfristig zerstörst du dadurch deine Geschäftsgrundlage, nämlich dich selbst.
Standpunkt
Nur auf den ersten Blick ist es sinnvoll, etwas anderes zu versuchen, wenn ein Ansatz nicht funktioniert. Das Problem ist, dass du dann von einem Versuch nicht für den nächsten lernen kannst, weil die Bedingungen andere sind. Beim Nachhalten zeigt sich, ob du jedes Mal völlig neu angesetzt hast oder ob du deinem Standpunkt treu geblieben bist.
Haltung
Selbstzweifel wirken wie „Ich bin noch nicht gut genug. Ich muss erst noch…“. Das ist ein eher weibliches Phänomen. Beim Nachhalten erkennst du, ob du wirklich hinter deinem Ziel stehst, oder etwas getan hast, weil dir jemand gesagt hat, „das macht man so“.
Energie & Spannung
Das angemessene Energieeinsatz ist eine Frage der Erfahrung. Beim Nachhalten wird sichtbar, ob du zu viel, zu wenig oder das rechte Maß an Energie eingesetzt hast. Wenn du nicht genügend Energie einsetzt, kommst du nicht zum Ziel, wenn du zuviel Energie einsetzt, machst du dich auf Dauer kaputt.
Fokus
Du kannst dich nicht permanent nur auf eine Sache konzentrieren. Aber bevor du deine Energie loslässt, musst du wissen, wo sie hin soll. Beim Nachhalten wird klar, wo du abgelenkt warst und warum. Und was du brauchst, um beim nächsten Mal fokussiert zu bleiben.
Ankern
Gerade als Soloselbstständige gerätst du leicht in den Dauer-Sprint: alles gleichzeitig, immer erreichbar, ständig in Aktion. Doch in der Eile übersieht man schnell mal was. Ein Anker gibt dir Halt, ohne drohst du abzudriften. Beim Nachhalten erkennst du, ob du dir selbst Halt gegeben hast oder ob du aus der Situation heraus reagiert hast.
Loslassen
Gezielt loslassen ist ein aktiver Schritt. Beim Nachhalten zeigt sich, ob du bewusst entschieden hast loszulassen oder ob du schlicht „nicht mehr konntest“. Der Unterschied prägt deinen nächsten Versuch.
Artemis weiss…
Nein, hier nicht. Artemis mischt sich hier nicht ein. Nachhalten ist unser Job. Ihrer wäre höchstens, uns ein paar Wolken aus dem Blickfeld zu schieben.








