Ich wusste nur, es passt nicht mehr.

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Ein Gedanke, der mich nicht mehr losließ

Vor einiger Zeit habe ich auf LinkedIn in einem interessanten Video einer meiner Kontakte verblüfft gelesen, dass sich gerade selbstständige Frauen oft schwer tun mit der Frage, ob sie ihre Zielgruppe und damit ihre Positionierung im Lauf ihrer Selbstständigkeit ändern dürfen.

Diese Frage hat sich mir so nie gestellt, weil ich keinen Grund dafür sehen kann, dass das nicht so sein sollte. Meine Zielgruppe hat sich im Lauf des letzten Jahres verschoben. Wie es dazu kam, liest du im Folgenden.

Das erste Unbehagen

Angefangen hat es schon Mitte letzten Jahres mit einem leichten Unbehagen über mein Logo und den Claim „Businessziele erreichen mit Kopf, Herz und Hand“. Irgendwas fühlte sich nicht mehr stimmig an und auch die bildliche Darstellung passte nicht mehr. Das hatte nichts damit zu tun, dass das Logo schlecht wäre. Aber irgendetwas in mir hatte sich verändert.

Ich hatte mich weiterentwickelt und klarer gesehen, wer eigentlich wirklich meine Zielgruppe ist und wer nicht. Deswegen war der nächste Schritt, das Logo anzupassen. Eine Gegenüberstellung meines alten Logos und des aktuell verwendeten siehst du hier.

Auch das aktuelle Logo ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, weil alles im Fluss ist. Aber im Moment fühlt es sich absolut richtig an. Passend für Frauen, die nicht länger pflegeleicht sein wollen.

Meine künftige Zielgruppe

Mein Zielgruppe sind Frauen in unterschiedlichen Funktionen: Sei es als Führungskraft, Unternehmerin, Angestellte, Selbstständige, im privaten Kontext oder in einem ganz anderen Bereich.

Frauen, die zu oft von dem geleitet wurden, was andere von ihnen erwarten.

  • Die einspringen, weil man es so von ihnen gewöhnt ist und erwartet.
  • Die empathisch bleiben, wo es nötig wäre, Tacheles zu reden.
  • Die zusätzliche Aufgaben übernehmen, obwohl ihre to do-Liste schon übervoll ist.
  • etc. pp

Und die jetzt an einem Punkt stehen, an dem sie deutlich sagen:

Nein. Es reicht. Jetzt muss es anders werden.

Und dann, etwas leiser und mit hochgezogenen Schultern „Aber so ganz traue ich mich noch nicht.

Was, wenn

  • meine Mitarbeitenden es doof finden, wenn ich mal deutlich werde?“
  • ich mein Business so aufziehe, wie ich es für richtig halte statt so, wie mir suggeriert wird, dass man das so macht?“
  • meine Kolleginnen sauer sind, weil ich nicht mehr in die Bresche springe, wenn mal wieder Not an der Frau ist?“
  • mein Partner / meine Partnerin / meine (Schwieger)Mutter / böse mit mir ist, weil ich nicht mehr „die Nette“ bin?“

Sie funktionieren noch.
Aber sie wollen nicht mehr.

Der Denkfehler mit der alten Zielgruppe

Lange habe ich meine Arbeit auf zwei Gruppen ausgerichtet: Nachwuchsführungskräfte und Solo-Selbstständige. Die Idee dahinter: Beide stehen unter Druck, tragen Verantwortung, müssen Entscheidungen treffen und sichtbar sein. Und trotzdem war irgendwas in mir nicht glücklich damit. Irgenwas hat nicht gepasst. Ich konnte es lange nicht greifen. Es hatte nichts damit zu tun, dass ich mich nicht kompetent fühle. Eher so ein Gefühl von: Das trifft’s noch nicht ganz.

Heute weiß ich, warum.

Wie viele andere habe ich gelernt (und geglaubt), dass ich eine klar definierte Zielgruppe brauche. Also habe ich nach beruflichen Rollen sortiert, weil sie gut sichtbar und eindeutig sind. Mittlerweile ist mir klar, dass das kein Thema ist, das von beruflichen Funktionen abhängt.


Ich habe Frauen erlebt,

  • die führen wollen, aber sich nicht trauen, wenn nötig (!) auch mal auf den Tisch zu hauen.
  • die selbstständig sind, aber innerlich abhängig bleiben
  • die angestellt sind und enorme Verantwortung tragen
  • die im Privaten funktionieren, für alle da sind. Nur nicht für sich selbst.
nicht pflegeleicht - Waschsymbol

Der gemeinsame Nenner ist nicht die berufliche Position, sondern dass sie längst wissen, was sie wollen, ihnen aber noch das Standing fehlt, danach zu handeln. Sie bleiben pflegeleicht, obwohl sie spüren, dass diese Zeit für sie vorbei sein soll.

Und genau deshalb löse ich mich von Zielgruppen, die über Rollen definiert sind.
Nicht, dass sie falsch wären, sie greifen nur zu kurz für das, worum es mir wirklich geht.

Warum ich das öffentlich mache

  • Weil es mir wichtig ist, die Menschen, die sich für meine Arbeit interessieren, mitzunehmen.
  • Damit du dich nicht fragen musst, was aus Meike und Henriette geworden ist.
  • Und um klar zu machen, dass Positionierung nicht in Stein gemeißelt ist, sondern sich mit der Person verändert, die sich positioniert.

Ich möchte mich durch meine Positionierung in eine Rolle stecken lassen, die zu mir passt. Nachdem ich erkannt habe, dass die Frauen, die ich künftig unterstützen möchte, nicht durch eine berufliche Rolle definiert sind, sondern dass „pflegeleicht sein“ unabhängig davon der eigentliche Schmerzpunkt ist, möchte ich das auch nach außen kommunizieren.

Natürlich auch, um damit Frauen anzuziehen und zu unterstützen, die weder Führungskraft noch Soloselbständige sind, sondern einfach Frauen, die ihre Verhaltensmuster ändern wollen. Denen nur noch der letzte Stupser fehlt, sich wirklich zu trauen und mögliche Irritationen ihres Gegenübers auszuhalten. Die nicht länger pflegeleicht sein wollen und jemanden suchen, der sie dabei unterstützt, neues Verhalten einzuüben und zu festigen.

Wie es weitergeht

Diese Entwicklung endet nicht hier. Sie braucht mehr Raum, als ein Post bieten kann.

Deshalb tüftle ich gerade an einem Newsletter, der mehr Tiefe ermöglicht, als ich in Social-Media-Posts unterbringen kann. Wenn du dranbleiben möchtest: dort entsteht der passende Raum.