Bogenschießen für mehr Chancengleichheit

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Am 8. März begehen wir den 115sten Weltfrauentag. Vieles hat sich seither geändert, längst nicht alles ist besser geworden.

Frauen leisten viel. Oft genauso viel oder mehr als Männer, insbesondere im Bereich Care-Arbeit. Das führt zu mannigfaltigen gender gaps: Von pay gap über care gap bis hin zum pension gap.

Leistung allein reicht also offenbar nicht immer aus, um gehört zu werden, ernst genommen zu werden oder die eigenen Ziele durchzusetzen. Denn neben formal gleichen Rechten und gleichen Kompetenzen braucht es für echte Chancengleichheit noch etwas anderes:

Standing.

Standing bedeutet zu wissen, wo man steht, zu wissen, wo man hinwill und sich nicht kleiner zu machen, als man ist. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht.

Viele Frauen haben gelernt, sich anzupassen, Rücksicht zu nehmen und Konflikte lieber zu vermeiden. Das kann Vorteile haben, führt aber auch dazu, dass sie ihre eigene Position manchmal weniger klar vertreten, als sie es eigentlich könnten.

Genau das lässt sich beim intuitiven Bogenschießen erstaunlich klar erleben.

Bogenschießen ist wie das Leben

  • Ich muss wissen, wo ich hinwill.
  • Ich brauche eine tragfähige Haltung.
  • Ich lasse mich nicht ablenken.
  • Ich richte meine Energie vollständig auf mein Ziel aus.
  • Und ich lasse im richtigen Moment los.

Wer schon einmal einen Bogen gespannt hat, merkt schnell: Ohne stabile Haltung geht nichts, ohne Fokus auch nicht. Und wenn man zu lange versucht, es besser zu machen, geht einem irgendwann die Kraft aus.

Das Entscheidende dabei: Beim Bogenschießen ist Standing kein theoretisches Konstrukt, man spürt es:

  • Die eigene Haltung verändert sich.
  • Der Blick wird klarer.
  • Der Körper richtet sich auf.

Und plötzlich wird erfahrbar, wie viel Kraft entsteht, wenn Fokus, Haltung und Ziel zusammenpassen.

Diese Erfahrung lässt sich erstaunlich gut in den Alltag übertragen. Wenn eine Frau weiß, wo sie steht und wo sie hinwill, verändert sich ihr Auftreten. Sie spricht klarer. Sie trifft Entscheidungen bewusster. Und sie lässt sich weniger leicht von ihrem Weg abbringen.

Gleichberechtigung ist deshalb nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe. Sie hat auch etwas mit innerer Haltung zu tun. Der Weltfrauentag erinnert daran. Und manchmal beginnt Veränderung ganz praktisch:
mit einem Bogen in der Hand, einem klaren Ziel vor Augen und dem Mut, den Pfeil loszulassen.